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Das Zeitalter des Aufstiegs
Überblick
Das Zeitalter des Aufstiegs begann mit dem Erscheinen der ersten aufgestiegenen Gottheiten und markiert einen der bedeutendsten Wendepunkte der Weltgeschichte. Zum ersten Mal bewiesen Sterbliche, dass Göttlichkeit nicht ausschließlich den Urgöttern vorbehalten war.
Die Folgen dieser Erkenntnis veränderten die Welt tiefgreifend. Religion, Politik, Magieforschung und Philosophie wurden durch den Aufstieg der neuen Gottheiten nachhaltig beeinflusst.
Viele der heute verehrten Gottheiten stammen aus dieser Epoche oder erreichten während ihrer letzten Lebensjahre die Taten, für die sie später berühmt werden sollten.
Das Zeitalter endete mit dem Ausbruch des Ersten Großen Krieges und dem Beginn des Zeitalter der Banner.
Der Erste Aufstieg
Welcher Sterbliche als erster zur Gottheit aufstieg, ist bis heute Gegenstand heftiger Debatten.
Die Kirche des Vaelis, der Erste Sucher beansprucht diesen Titel ebenso für ihren Schutzpatron wie die Anhänger von Eldran, Hüter der Letzten Schwelle oder Miriel, die Trösterin.
Historiker halten es für wahrscheinlich, dass mehrere Aufstiege innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit stattfanden und spätere Generationen die genaue Reihenfolge nicht mehr rekonstruieren konnten.
Unabhängig davon veränderte die bloße Möglichkeit eines Aufstiegs die Welt grundlegend.
Zum ersten Mal wurde Göttlichkeit zu etwas, das Sterbliche theoretisch erreichen konnten.
Die Geburt der Kirchen
Mit den ersten Aufstiegen entstanden die frühen Vorläufer der heutigen Kirchen.
Zunächst handelte es sich meist um kleine Gemeinschaften aus Schülern, Gefährten, Anhängern und Bewunderern der neuen Gottheiten. Viele dieser Gruppen verstanden sich ursprünglich nicht als Religionen, sondern als Bewahrer der Lehren ihrer Gründer.
Erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich daraus die großen Glaubensgemeinschaften der Gegenwart.
Die meisten Tempel, Liturgien und religiösen Traditionen entstanden nicht unmittelbar nach den Aufstiegen, sondern während der folgenden Generationen.
Die Verdrängung der Urgötter
Eine der folgenreichsten Entwicklungen dieser Epoche war die schrittweise Verdrängung der Verehrung der Urgötter.
Vor dem Zeitalter des Aufstiegs waren die Schöpfergötter in nahezu allen Kulturen bekannt. Mit dem Erscheinen der neuen Gottheiten verlagerte sich die Aufmerksamkeit jedoch zunehmend auf jene Wesen, die einst selbst Sterbliche gewesen waren.
Viele Menschen empfanden die neuen Gottheiten als verständlicher und greifbarer. Ihre Geschichten waren bekannt. Ihre Taten waren dokumentiert. Ihre Lehren bezogen sich auf konkrete Erfahrungen sterblicher Völker.
Im Laufe der Jahrhunderte gerieten die Urgötter zunehmend in Vergessenheit.
Heute wissen nur noch wenige Gelehrte und religiöse Spezialisten von ihrer ursprünglichen Bedeutung.
Die Zeit der großen Lehrer
Die meisten späteren Gottheiten lebten während dieser Epoche oder standen in direkter Verbindung zu ihr.
Viele bereisten die Welt, gründeten Schulen, führten Reformen durch oder hinterließen Schriften, die bis heute erhalten sind.
Die Lehren von Asterion, der Erste Schreiber, Miriel, die Trösterin, Solenne, die Erste Schöpferin und zahlreichen anderen Persönlichkeiten verbreiteten sich über Ländergrenzen hinweg und beeinflussten ganze Generationen.
Zahlreiche berühmte Zitate, Philosophien und Traditionen gehen auf diese Zeit zurück.
Die ersten religiösen Spannungen
Obwohl die neuen Gottheiten selten als Feinde betrachtet wurden, entstanden während dieser Epoche erstmals Konflikte zwischen unterschiedlichen Glaubensrichtungen.
Diese Auseinandersetzungen drehten sich meist weniger um die Existenz der Gottheiten als um die Auslegung ihrer Lehren.
Besonders die Anhänger von Vaelis, der Erste Sucher und Asterion, der Erste Schreiber diskutierten häufig über den Umgang mit Wissen, während sich die Kirchen von Draven, der Eroberer und Arcturus, der Letzte Wächter in Fragen von Krieg und Verantwortung oft widersprachen.
Dennoch blieb die Epoche insgesamt vergleichsweise friedlich.
Die ersten Ersetzungen
Historische Hinweise deuten darauf hin, dass gegen Ende des Zeitalters des Aufstiegs erstmals Domänenträger ersetzt wurden.
Besonders die frühen Überlieferungen über Velis, die Lautlose und Draven, der Eroberer weisen Widersprüche auf, die sich nur schwer mit einer einzelnen historischen Person erklären lassen.
Viele Gelehrte betrachten diese Berichte als erste Hinweise darauf, dass die Domänen ihre Träger wechseln können.
Die Kirchen selbst äußern sich zu diesem Thema unterschiedlich.
Die Konzentration von Macht
Mit der Verbreitung der Kirchen entstanden erstmals Institutionen, deren Einfluss über einzelne Reiche hinausging.
Tempelnetzwerke verbanden Regionen miteinander, Pilgerreisen wurden häufiger und religiöse Autoritäten gewannen zunehmend politischen Einfluss.
Gleichzeitig begannen zahlreiche Herrscher, ihre Macht durch die Unterstützung bestimmter Glaubensrichtungen zu legitimieren.
Diese Entwicklung führte langfristig zu Spannungen zwischen aufstrebenden Reichen.
Das Ende der Epoche
Die letzten Jahrhunderte des Zeitalters des Aufstiegs waren von wachsender Konkurrenz zwischen den großen Mächten geprägt.
Handelskonflikte, Grenzstreitigkeiten und politische Rivalitäten verschärften sich zunehmend.
Zahlreiche Herrscher beriefen sich auf göttliche Unterstützung, um ihre Ansprüche zu rechtfertigen. Religiöse Unterschiede spielten dabei meist eine untergeordnete Rolle, wurden jedoch häufig als Vorwand genutzt.
Schließlich eskalierte die Situation in einem Konflikt von bislang unbekanntem Ausmaß.
Mit dem Ausbruch des Ersten Großen Krieges endete das Zeitalter des Aufstiegs und das Zeitalter der Banner begann.
Historische Bedeutung
Das Zeitalter des Aufstiegs veränderte die Beziehung zwischen Sterblichen und Göttlichkeit grundlegend.
Die Erkenntnis, dass Sterbliche zu Gottheiten werden konnten, beeinflusst die Welt bis heute. Auch wenn die meisten Kirchen diese Möglichkeit nur ungern betonen, bleibt sie ein zentraler Bestandteil ihrer Geschichte.
Zugleich entstanden während dieser Epoche die religiösen, kulturellen und philosophischen Grundlagen der modernen Welt.
Die meisten heute bekannten Kirchen, Pilgerwege und religiösen Traditionen führen ihre Ursprünge auf diese Zeit zurück.
Aus diesem Grund betrachten Historiker das Zeitalter des Aufstiegs häufig als die Geburtsstunde der heutigen Weltordnung.